Es gibt diese Aufgaben, die sich jede Woche wiederholen: zwanzig GeoPackages umprojizieren, aus jedem Projektordner eine PDF-Karte exportieren, Attribute nach demselben Schema bereinigen. Jede einzelne ist schnell erledigt – aber zusammengenommen fressen sie Stunden. Genau hier liegt das Revier von Python in QGIS. Und genau hier ist die KI ein echter Gamechanger.

Denn die Hürde war nie die Idee, sondern der Code. Wer kein Entwickler ist, scheitert an der PyQGIS-Syntax, nicht am Vorhaben. Die KI nimmt diese Hürde weg: Sie beschreiben den Ablauf, sie liefert das Skript. Während es im vorigen Teil um einzelne Ausdrücke ging, automatisieren wir jetzt ganze Abläufe.

Faustregel: Sobald Sie eine Handgriffabfolge zum dritten Mal von Hand machen, lohnt sich ein Skript. Die KI verkürzt den Bau von Stunden auf Minuten.

Stufe 1: Die Python-Konsole für einmalige Stapelarbeit

Der einfachste Einstieg ist die eingebaute Python-Konsole (Erweiterungen ▸ Python-Konsole). Hier fügen Sie ein Skript ein, drücken Enter, und QGIS arbeitet alle Dateien auf einmal ab. Kein Plugin, keine Installation – ideal für Aufgaben, die Sie heute einmal brauchen.

Beispiel-Prompt

Schreibe mir ein PyQGIS-Skript für die Python-Konsole in QGIS 3.40. Es soll alle .gpkg-Dateien in einem Ordner durchgehen und jede nach EPSG:25832 umprojizieren, das Ergebnis in einen Unterordner „reprojiziert“ speichern. Kommentiere die Schritte und sag mir, wo ich den Ordnerpfad eintrage.

Wichtig ist der letzte Satz: Sie wollen wissen, wo Sie eingreifen. Eine gute KI-Antwort markiert die Stelle für den Pfad deutlich – Sie tauschen nur diese eine Zeile aus und führen das Skript aus.

# Pfad hier anpassen: ordner = r"C:/Daten/wege" import os, processing for datei in os.listdir(ordner): if datei.endswith(".gpkg"): # … Umprojizierung je Datei … print("verarbeitet:", datei)

Gekürzter Auszug. Das vollständige Skript liefert die KI – Sie passen nur den Ordnerpfad an.

Stufe 2: Das Verarbeitungsskript zum Wiederverwenden

Wird aus der einmaligen Aufgabe eine regelmäßige, lohnt sich ein Verarbeitungsskript. Es erscheint mit eigener Eingabemaske direkt in der Verarbeitungswerkzeugkiste – mit Auswahlfeldern für Eingabelayer, Ordner und Parameter. So nutzen es auch Kolleginnen und Kollegen, die mit Code nichts am Hut haben, per Mausklick.

Die KI kennt das Gerüst dieser Skripte (die QgsProcessingAlgorithm-Struktur) auswendig. Beschreiben Sie, welche Eingaben Ihre Maske haben soll und was passieren muss – das Grundgerüst kommt fertig zurück, inklusive der oft fehleranfälligen Parameterdefinitionen.

Stufe 3: Das eigene Plugin

Die Königsklasse ist das eigene Plugin – mit Knopf in der Werkzeugleiste, eigenem Dialog und festem Platz in QGIS. Früher ein mehrtägiges Projekt mit Plugin Builder, Qt Designer und viel Gerüstcode. Mit KI-Begleitung wird daraus ein überschaubarer Nachmittag.

Realistisch bleibt: Ein Plugin besteht aus mehreren Dateien, die zusammenspielen müssen. Die KI baut jede einzelne und erklärt, wohin sie gehört. Dieser Schritt verlangt etwas Geduld und die Bereitschaft, im Fehlerfall nachzuhaken – aber kein Informatikstudium.

Sicherheitsnetz nicht vergessen: Automatisierung wirkt auf viele Dateien gleichzeitig – ein Fehler vervielfacht sich entsprechend. Testen Sie jedes Skript zuerst an Kopien oder an einer Handvoll Beispieldateien, bevor Sie es auf den echten Datenbestand loslassen.

So begleitet die KI den ganzen Weg

Ziel in Klartext beschreiben

Was geht rein, was kommt raus, in welchem Format? Je genauer die Eingangs- und Ausgangsbeschreibung, desto treffsicherer das Skript.

Code erhalten und einsetzen

In Python-Konsole, Skript-Editor oder Plugin-Datei einfügen – an der Stelle, die die KI benennt. Pfade und Parameter anpassen.

Fehler zurückspielen

Bricht etwas ab, geht die vollständige Meldung zurück in den Chat. Meist genügt eine Korrekturrunde, oft auch eine zweite – das ist normal.

Verstehen und sichern

Lassen Sie sich den Ablauf erklären und kommentieren. Ein dokumentiertes Skript ist in einem halben Jahr noch nutzbar – ein ungeklärtes nicht.

Bis hierhin schreibt die KI den Code, ausgeführt wird er von Ihnen. Im letzten Teil drehen wir den Spieß um: Dort übernimmt die KI auch das Ausführen und steuert QGIS direkt – ganz ohne dass Sie eine einzige Zeile kopieren.

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