Endlich frei verfügbar: die digitalen Geländemodelle im 1-Meter-Raster (DGM1). Was bislang teure Lizenzkosten verursachte, stellen immer mehr Bundesländer kostenlos zur Verfügung. Doch wie gelingt es, diese gewaltigen Datenmengen in QGIS zugänglich zu machen – ohne dass der Rechner in die Knie geht?
Was ist das DGM1 überhaupt?
Das DGM1 (Digitales Geländemodell, 1-Meter-Raster) ist ein hochauflösendes Höhenmodell der Erdoberfläche. Aus Laserscan-Befliegungen entsteht ein Raster, in dem jeder Pixel die Geländehöhe an exakt diesem Punkt enthält – ohne Vegetation, Gebäude oder andere Aufbauten.
Anders gesagt: Sie sehen die Landschaft so, wie sie unter dem Wald aussieht.
Wo bekommen Sie das DGM1 her?
Mehrere Bundesländer haben ihre Höhendaten als Open Data freigegeben – darunter Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Berlin und weitere. Die Geodatenportale der Landesvermessungsämter sind die erste Anlaufstelle. Häufig liegen die Daten als kachelweise XYZ- oder GeoTIFF-Dateien vor.
Die Herausforderung: Datenmengen
Ein Quadratkilometer DGM1 enthält eine Million Höhenwerte. Ein Landkreis kommt schnell auf mehrere Tausend Kacheln und Datenmengen im zweistelligen Gigabyte-Bereich. Wer alle Kacheln einzeln lädt, blockiert QGIS dauerhaft.
Lösung 1: Virtuelle Raster (VRT)
QGIS bietet das Werkzeug Virtuelles Raster erstellen. Es legt eine schlanke XML-Datei an, die alle Kacheln referenziert – ohne sie zu laden. Für QGIS sieht das aus wie ein einziger riesiger Raster, der nur dort gerendert wird, wo Sie hinzoomen.
Lösung 2: Pyramiden & Komprimierung
Noch performanter wird es, wenn Sie aus dem VRT eine komprimierte Cloud-Optimized GeoTIFF (COG) ableiten. Mit aktivierten Übersichtspyramiden (Build Overviews) öffnet sich der Datensatz auch für ganze Landkreise blitzschnell.
Mit VRT und COG werden Multi-Gigabyte-Höhendaten in QGIS so handlich wie eine kleine PNG-Datei.
Schummerung – aus Höhe wird Anschauung
Die rohen Höhenwerte sind als Graustufenraster wenig anschaulich. Erst die Schummerung (Hillshade) macht die Landschaft sichtbar: Hügel, Senken, alte Wegtrassen, Bachläufe und sogar archäologische Strukturen werden plastisch erkennbar. QGIS bringt den Hillshade-Algorithmus von Haus aus mit.
Anwendungen für Kommunen
- Wanderwegplanung – Steigungen, Aussichtspunkte, plausible Trassen finden
- Hochwasserrisiko – Tiefenlinien und Senken erkennen
- Naturschutz – historische Landschaftsstrukturen kartieren
- Bauleitplanung – Geländeverhältnisse vorab visualisieren
Im Gelände nutzbar machen
Auch QField kann mit DGM1-Daten umgehen – allerdings nur, wenn die Datenmenge passend reduziert ist. Eine Schummerung als kleines Hintergrundraster, lokal auf das Tablet kopiert, ist im Außendienst ein enormer Mehrwert: Sie sehen sofort, wie das Gelände um Sie herum geformt ist.
Fazit
Frei verfügbare DGM1-Daten sind ein Geschenk für die kommunale GIS-Arbeit. Mit den richtigen Werkzeugen werden aus unhandlichen Datenmengen handhabbare Arbeitsgrundlagen – sowohl am Schreibtisch als auch im Gelände.
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