Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Doch ihre Pflege und Erhaltung steht und fällt mit guter Datengrundlage: Welche Bäume stehen wo? Wie alt sind sie? Welche Sorten? Welche Pflegemaßnahmen sind nötig? Eine systematische Kartierung mit QField macht aus diffusem Wissen ein verlässliches Werkzeug für Kommunen, Landschaftspflegeverbände und Naturschutzgruppen.
Was wird bei einer Streuobstkartierung erfasst?
Eine sinnvolle Erfassung umfasst mehrere Ebenen:
Die Fläche
- Abgrenzung der Streuobstwiese als Polygon
- Eigentumsverhältnisse, Pacht, Zugangsrechte
- Mahdregime, Beweidung, Pflegezustand der Wiese
Die Einzelbäume
- Punktgenaue Verortung jedes Baums
- Obstart (Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche, Walnuss…)
- Sorte – soweit bestimmbar
- Altersklasse, Stammumfang, Vitalität
- Pflegezustand, Schnittbedarf, Gefährdungen
- Foto vom Baum
Die Maßnahmen
- Was wurde wann am Baum gemacht? (1:N-Beziehung zum Baum)
- Wer hat die Maßnahme durchgeführt?
- Folgemaßnahmen und Termine
Warum QField die richtige Wahl ist
Streuobstkartierungen passieren draußen – oft in unwegsamem Gelände, ohne stabiles Mobilfunknetz. QField bietet hier entscheidende Vorteile:
- Komplett offline einsetzbar – keine Internetverbindung nötig
- GPS-genaue Verortung – auch zwischen den Bäumen
- Strukturierte Erfassungsformulare mit Auswahllisten für Sorten, Altersklassen, Pflegemaßnahmen
- Direkte Fotodokumentation mit Verknüpfung zum jeweiligen Baum
- Beziehungstabellen für Maßnahmen pro Baum
Ein konkretes Beispielprojekt
Für einen Landschaftspflegeverband habe ich ein QGIS-Projekt aufgebaut, das genau diese Struktur abbildet:
- Drei Layer: Fläche, Baum, Maßnahme
- Vordefinierte Werteliste für Obstarten und Sorten
- Automatische Vergabe einer eindeutigen Baum-ID
- Berechnung des Bestandsalters aus Stammumfang
- Vorgefertigtes Drucklayout für Pflegepläne
Die Erfassung im Gelände läuft mit dem Tablet auch unter wechselnden Bedingungen zuverlässig – Sonne, Schatten, Regen, Handschuhe.
Aus einer einmaligen Kartierung wird so ein dauerhaftes Pflegekataster, das jedes Jahr fortgeschrieben werden kann.
Was die Daten ermöglichen
Mit den erfassten Daten lassen sich später:
- Pflegepläne und Schnittlisten generieren
- Förderanträge mit kartografischen Anlagen unterstützen
- Sortenkartierungen und Sortendatenbanken aufbauen
- Vitalitätsentwicklungen über die Jahre nachvollziehen
- Bestandsstatistiken für Berichte erstellen
Fazit
Eine Streuobstkartierung mit QField ist kein Luxus, sondern eine pragmatische Investition in den langfristigen Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft. Mit überschaubarem Aufwand entsteht eine fundierte Datengrundlage, die Pflege, Förderung und Berichtswesen gleichermaßen erleichtert.
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